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OTTO BENKERT
Vorwort


Inhaltsverzeichnis



Springer Verlag

 

 

 

Psychopharmakologischer Leitfaden für Psychologen und Psychotherapeuten
Benkert / Hautzinger / Graf-Morgenstern
Springer-Verlag, September 2012

Mit Beiträgen von
P. Heiser und E. Schulz
Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
C. Hiemke
Arzneimittelinformationen und –interaktionen
mit Checkfragen und Antworten für Studenten

 

Dieser Leitfaden ist aus der Idee heraus entstanden, Psychologen und Psychotherapeuten einen kompakten und aktuellen Überblick über das psychopharmakologische Wissen anzubieten.
Der Leitfaden liegt jetzt in der überarbeiteten 2. Auflage vor.

Da ein Ziel darin lag, die Prüfungsvorbereitung für den psychologischen Psychotherapeuten zu optimieren, wurden drei wesentliche Änderungen vorgenommen:

Darüber hinaus wurde der jeweilige Abschnitt »Pharmakotherapie und Psychotherapie« für die wichtigen klinischen Störungen ausgebaut. Die Aussagen zur jeweiligen Kombinationstherapie dieser beiden Behandlungsformen wurden mit aktuellen Literaturangaben belegt, damit der Leser das abschließende »Fazit« nachvollziehen kann.

Die Darstellung des psychopharmakologischen klinischen Wissens geht mit dem Wunsch der Autoren einher, immer auch die Bedeutung einer Psychotherapie oder einer Kombinationstherapie herauszustellen. Diese Strategie nimmt im Leitfaden einen breiten Raum ein. Soweit Studien zu diesem Thema in den klinischen Alltag Einlass gefunden haben, werden sie zitiert und entsprechend ihrer Wichtigkeit auch diskutiert.

Basis unserer Empfehlungen ist die wissenschaft liche Literatur und die klinische Erfahrung, nicht aber allein die Zulassung eines Präparats oder die Zulassung einer Psychotherapiemethode.

Ohne Psychopharmaka ist eine optimale Therapie bei den meisten psychischen Erkrankungen nicht mehr vorstellbar, genauso wie eine Behandlung ohne Psychotherapie in der Psychiatrie heute nicht mehr zeitgemäß ist ( ▶ 7 Kap. 4). Über den Synergie-Effekt beider Therapieformen ist sich die Fachwelt weitgehend einig. Für jedes Krankheitsbild werden jeweils die durch Studien belegbaren besten Möglichkeiten für die Pharmakotherapie, die Psychotherapie oder die Kombination beider beschrieben.

Dieses Wissen übersichtlich darzustellen, ist den Autoren deswegen so wichtig, weil die Ergebnisse aus Studien für viele Therapien keineswegs eindeutig das Pro oder Kontra einer Methode belegen. So ist etwa das psychotherapeutische Vorgehen bei chronisch depressiven Störungen noch nicht befriedigend evaluiert, ebenso wenig wie die immer neuen Therapieversuche mit weiteren Antidepressiva bei therapieresistenten Depression empirisch abgesichert sind.

Sehr ausführlich werden die angebotenen Therapiemöglichkeiten bewertet. Bewährte Therapien werden bewusst empfohlen, von anderen wird abgeraten. Das Besondere an diesem Leitfaden ist sein Ordnungsprinzip, das dem Leser zwei verschiedene Einstiege in die psychiatrische Pharmakotherapie erlaubt: entweder über die Psychopharmakagruppen mit deren Wirkungsweise und möglicher Indikation bei den entsprechenden Diagnosen ( ▶ 7 Kap. 5–13) oder über die Krankheitsbilder entsprechend den ICD-10-Diagnosen ( ▶ 7 Kap. 14–31). Beide Teile ergänzen sich, Überschneidungen betonen in einigen Teilen die klinische Bedeutung.

Der Kern des psychopharmakologischen Wissens wird in Checkfragen und -antworten für den (Kinder- und Jugend-)Psychotherapeuten und Psychologen zusammengefasst. Ihm wird auch in den Eingangsartikeln ( ▶ 7 Kap. 1–4, Sektion »Grundlagen«) ein Überblick über das in der Prüfungsordnung für psychologische Psychotherapeuten geforderte Grundlagenwissen über Arzneimittel und den Umgang mit Arzneimitteln bei psychisch kranken Patienten angeboten. In der jeweiligen Sektion »Präparate« ( ▶ 7 Kap. 5–13) werden die einzelnen Psychopharmakagruppen wirkstoffspezifisch besprochen. In ▶ 7 Kap. 14–31 (Sektion »Krankheitsbilder«) wird die Pharmakopsychiatrie von den Diagnosen geleitet und ist ab dann
störungsspezifisch. Der Leitfaden schließt mit speziellen Kapiteln zur Pharmakopsychiatrie ( ▶ 7 Kap. 32–34, Sektion »Spezielle Aspekte der Psychopharmakotherapie«).

Jedes Kapitel endet mit einem Abschnitt aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. So kann schnell erkannt werden, wo mögliche Unterschiede im therapeutischen Vorgehen bestehen. Störungen, die nur im Kindes- oder Jugendalter auft reten, werden in einem ergänzenden Kapitel beschrieben ( ▶ 7 Kap. 31).

Die Kapitel sind unterschiedlich lang. Ausführlicher werden jene psychischen Krankheiten und deren Therapien beschrieben, mit denen es Psychotherapeuten bzw. Psychologen auch am häufigsten zu tun haben, z. B. die depressiven Störungen oder die Angststörungen.

Durch diesen Leitfaden erhoffen sich die Autoren über die Anwendung des aktuellen Wissens hinaus auch einen Beitrag zur noch besseren Kommunikation zwischen psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten, Psychologen und Psychopharmakologen. Das würde dem Ziel dieses Leitfadens näherkommen, psychisch kranken Patienten die optimale Therapie anzubieten, damit die bestmögliche Lebensqualität erreicht wird. Dieser Leitfaden geht in Teilen immer wieder auf Texte und Tabellen des Kompendiums der Psychiatrischen Pharmakotherapie , 8. Auflage, zurück. Somit sei auch an dieser Stelle den Koautoren dieses Kompendiums für ihre Mitarbeit gedankt: C. Fehr, G. Gründer, H. Himmerich, C. Lange-Asschenfeldt, M.J. Müller, M. Paulzen, F. Regen und A. Steiger. Durch die grundlegenden Artikel von C. Hiemke ( ▶ 7 Kap. 1–3) und die Beiträge zur Kinder- und Jugendpsychiatrie
und -psychotherapie von P. Heiser und E. Schulz kann das Spektrum der
psychiatrischen Pharmakotherapie deutlich erweitert werden.

Otto Benkert
Martin Hautzinger
Mechthild Graf-Morgenstern
Mainz und Tübingen, im Frühjahr 2012